Inbolc

Fest des Lichtes

28 Januar 2021

Foto: Silvia Vianello, Basilea Campagna, Gennaio 2011

INBOLC ist ein Zeitraum des Jahres, nicht ein einziger Tag. Manche feiern am 1. Februar, andere, wie wir, folgen dem Mond. Um die keltischen Feste zu feiern, und sich wirklich mit Mutter Erde und unseren Wurzeln zu verbinden und in Harmonie mit den Jahreszeiten zu leben, reicht es nicht, an einem einzelnen Tag zu feiern, und alle anderen Tage dasselbe zu machen wie vor drei Monaten. Um bewusst in Harmonie mit dem Rhythmus der Erde zu leben, ist es wichtig, kleine Veränderungen im richtigen Moment zu machen. In diesem Artikel findet ihr alle nützlichen Tipps um die Zeit ab jetzt bis Ende Februar am Besten zu erleben.

DIE EIGENSCHAFTEN DIESER ZEIT

An der Wintersonnenwende haben wir symbolisch die Wiedergeburt der Sonne gefeiert, also die Wiederkehr von Licht und Wärme, welche das Leben auf die Erde bringen. Wir wissen, dass auf unserer Hemisphäre um den 21. Dezember der kürzeste Tag und die längste Nacht kommt, und die Sonne schwächer denn je ist, um dann Tag nach Tag ihre Kraft wiederzuerlangen und immer länger zu scheinen. Während den heiligen Nächten jedoch, kann man trotz dieses Bewusstseins nichts davon sehen. Die Dunkelheit regiert über die Erde und über uns. In den keltischen Traditionen glaubte man, dass die Sonne zwölf Tage lang stehen blieb, und dann wieder begann im Rad der Jahreszeiten zu Kreisen.

Im Januar regnet und schneit es häufig, die Gewitter wüten und der Wind heult. Die Temperatur sinkt noch tiefer als zuvor, im Dezember. Es ist Winter. Aber egal wie kalt und düster der Winter sein mag, eines wird er nie bekämpfen können; die Rückkehr des Lichts an Inbolc. Jetzt ist der Moment, in dem man wirklich den Unterschied sieht. Das Licht ist wieder da. Anfang Februar bleibt die Sonne etwa eine Stunde länger am Horizont, als an der Sonnenwende. An einem wunderschönen Tag, an dem sie hell über den Schnee scheint, bemerkt man ihre Kraft.

Die Farbe von Inbolc ist weiss, eben genau weil der Schnee das Hauptelement ist: er bringt uns Licht und deckt schützend die Samen für das kommende Jahr. Der Schnee strukturiert und kräftigt mit seiner kristallinen Energie unsere Vorsätze und unser Willen.

Die gefrorene und kahle Erde, welche vom Winter geprägt wurde, lässt nun den Platz an die keimenden Samen, die Lebensenergie welche nun Veränderung bringt. Dieser Moment ist geprägt von Freiheit, Erneuerung, Veränderung und Evolution.

In den Häusern und in den Herzen wächst die Ungeduld, man erwartet den Frühling und sehnt sich nach Erneuerung. Genau das ist das Thema von Inbolc: wir lassen die alte Haut hinter uns, um ein neues Ich hervorzubringen, in einem neuen Jahr voller Erwartungen und Überraschungen. Jetzt können auch wir, wie die keimenden Samen, uns erheben und der Welt zeigen was wir wirklich in uns haben, an was wir glauben und mit welchen Kenntnissen wir unsere Projekte umsetzen können. Das neue Licht bringt uns Optimismus und Positivität. Gehen wir den Veränderungen mit Optimismus und Vertrauen entgegen, wie es auch die Pflanzen und die Blumenzwiebeln tun: sie bleiben ruhig und achtsam, während den weniger optimalen Tagen, doch spüren in sich drin, wann der Moment kommt, Mut zu fassen und mit allen möglichen Kräften zur Welt zu kommen und uns ihre Pracht zu zeigen.

DER SCHNEE

Der Schnee, dieser süsse, göttliche Mantel, der nicht nur die Felder sondern auch unsere Herzen mit Licht, Schutz und Heimeligkeit füllt. Doch was ist der Schnee, woher kommt er und was bedeutet er?

Wir alle wissen, dass er Wasser aus den Wolken ist, welches sich bei der richtigen Temperatur kristallisiert, aber was bringt er uns auf spiritueller Ebene?

Wenn wir darüber nachdenken; das Wasser ist ein Informationsträger. Es wird in der Homöopathie benutzt, weil man herausgefunden hat dass es die Ätherische Informationen, mit denen es in Kontakt kommt, speichert und wiedergibt, auch wenn die ursprüngliche Substanz nicht mehr dort ist. Auf ähnlicher Weise speichert das Wasser jegliche Nachrichten, welche aus einer höheren Sphäre aus unserer Atmosphäre kommen. In der antiken Legende von Frau Holle, wurde der Schnee von der Göttin persönlich erzeugt, indem sie ihr Bettbezug ausschüttelte, jedoch nur, wenn sie gut gelaunt war, als Segen für die Menschheit. Rudolf Steiner sprach vom göttlichen Samen, welcher vom Himmel steigt, um der Materie eine Form zu geben. Die Mission des Schnees sei, jenes wegzutragen, was keinen Grund mehr zum sein hat, und stattdessen neue Impulse auf die Erde zu bringen, diese göttlichen Samen, direkt aus der Quelle der universellen Liebe.

Der Schnee bringt uns eben die göttliche Nachricht in Form von Kristallen. Gibt es einen besseren Weg, um ihn uns Menschen zu zeigen, die wir in der Schwere des Materiellen gefangen sind? Der Schnee ist ein wahrer Segen, nicht nur für die Felder sondern auch für unser inneres Leben. Mit seiner kristallinen Qualität hilft er uns, unsere Willen zu kristallisieren, den göttlichen Plan für’s kommende Jahr klar zu sehen und somit unsere Zukunft so gut wie möglich auf eine bewusstere Art zu gestalten.

Die Projekte, welche wir vor dem Schneefall planen, sind oft nicht so klar und konsistent wie jene, welche sich während der weissen Zeit kristallisieren. Man kann viele Ideen, Wünsche und Pläne haben, aber der Moment, in dem man wirklich seinen Weg klar sehen kann, wo sich einige Türen definitiv schliessen, um wiederum andere zu öffnen, ist die Zeit der Kristallisation.

Auch der Schnee bringt Licht, äusserlich wie auch innerlich, pures und göttliches Licht. In den letzten Jahrzehnten schneit es leider, vor Allem südlich der Alpen, immer wie weniger, aber auch im Norden lässt sich der Klimawandel immer wie mehr spüren. Die Klimaexperten warnen, dass wenn wir wie bis jetzt fortfahren, unsere Enkel den Schnee nie sehen werden. Er ist mit Sicherheit eine der Sachen, die mir am Meisten fehlen werden. Ohne den Schnee, ist die Welt nicht dieselbe. Ich hoffe sehr, dass es der Menschheit gelingen wird, dies zu verhindern. Wenn alle mit einer Kleinigkeit dazu beitragen, wie zum Beispiel keine Tierprodukte mehr zu essen, welche weltweit die grösste Umweltverschmutzungsquelle darstellen, kann es uns gelingen, nicht nur den Schnee zu retten, sondern auch viele Tier- und Pflanzenarten, Landschaften und zuletzt auch uns selber, denn auch die Zukunft der Menschheit ist, in den aktuellen Konditionen, ungewiss.

SICH ENTGIFTEN

Wir wissen alle, dass in einem vollen Behälter nichts Neues Platz hat, deshalb ist in dieser Zeit die Entgiftung das wichtigste. Schadstoffe ausscheiden und loslassen von allem, was uns nicht mehr belangt.

Jetzt ist der Moment, um zu fasten oder eine Entgiftungskur zu machen, welche sowohl dem Körper als auch dem Geist guttun. Ausserdem ist dies nicht die Zeit des Überschusses und der Feste unter Freunden, sondern die der Meditation, des in sein Inneres einkehren und das zu tun, was Licht in unseren Geist bringt.
 

Von Inbolc's Traditionen entspringt auch der Frühlingsputz, welcher ich sehr empfehle: in dieser Zeit das ganze Haus gründlich zu reinigen tut gut sowohl um Krankheiten vorzubeugen, als auch um unseren Geist zu entgiften. Der alte Schmutz wird rausgeworfen um Platz zu schaffen für all das, was die Zukunft für uns vorgesehen hat.


In den Köpfen der Menschen beginnt die Zeit der Ideen, Projekte und Aktivitäten, welche noch eine Weile brauchen, um zu reifen. Wie die Samen der Pflanzen, sind sie bereit und warten unter dem Schnee auf ihren Moment. Auch wir müssen geduldig sein und warten, dass der Frühling die richtigen Bedingungen bringt, um zu handeln.

DIE GÖTTIN BRIGITT

Inbolc ist das Fest der jungen und puren Göttin Brigitt, wie weisse Göttin. Sie ist eine Jungfrau Göttin, welche sich zusammen mit ihrem Tier, den Bären, raus auf die Felder begibt, um Pflanzen, Gras und Blumen auf die Erde zu bringen. Dort wo sie vorbeigeht, taut die Erde auf und der Frühling kommt an. Die Kleeflecken auf den Wiesen sind ihre Fussabdrücke. Brigitt hat noch keinen Partner; die männlcihe Göttlichkeit wird vom Bären räpresentiert, welcher aus dem Winterschlaf aufwacht. Auch der Hase ist Brigitt's treuer Begleiter, aber man sieht sie eigentlich mit den Meisten Waldtieren, auch zum Beispiel den Hirschen. 

In der Dreieinigkeit der grossen Göttin, steht sie für die Tochter, die Jüngste der drei.

Ihr Name kommt vom Gallischen Breo, was Feuer bedeutet, im Zusammenhang mit dem Licht und der Sonne, welche zurückkehren. Sie bringt nicht nur das Tageslicht, sondern auch die geistige Erleuchtung. Sie ist auch die Göttin des Wissens, der Künste, der Handwerke und von Allem, was mit Kreativem Denken und Wissen zu tun hat. Im Katholischen wurde sie übernommen als Heilige Brigitta und Heilige Lucia: beide tragen die Symbole der Göttin: das diagonale Kreuz, die Flamme um den Kopf und oft verschiedene Handwerkszeuge.

ANTIKE TRADITIONEN

Inbolc kommt aus dem Gallischen und bedeutet "Milch", weil es die Zeit ist, in der die Tiere Junge haben und diese Stillen. Ausserdem ist die Milch weiss, was auf Inbolcs Farbe zurückweist. 
Das Fest heisst auf Italienisch Candelora weil es brauch war, die Kerzen für das ganze Jahr zu segnen. Dies ist ein heidnischer Brauch, welcher mit dem Licht zu tun hat. Auch in ganz Europa wurden die verschiedenen Lichter gesegnet.

In Rom feierte man am 1. Februar "Luno Februa", weil man an diesem von ihr gesegneten Tag die Rituale zur Illustration der Häuser und der Städte begann. Man bereitete sich vor auf den Frühlingsanfang und der ganze Monat diente als Filter für das winterliche Gewicht und all das, was nicht mehr gebraucht wurde, um Platz zu schaffen für die Erneuerung.

Eines von Inbolc's Symbolen ist Brigitt's Kreuz, welches viel älter ist als das christliche Kreuz, und mit dem Weizen vom letzten Jahr geflochten wird. Mit seinen vier gleichen Seiten räpresentiert es die vier Jahreszeiten.

​FASNACHT

Auch die Fasnacht hat ihren Ursprung in der antiken Feier von Inbolc: direkt nach Inbolc begann die Fastenzeit, wobei die Fasnacht das grosse Entgiftungsfest gerade davor war, bei welchem man das Ende des Winters und die Ankunft des Lichts mit grossen Feuern und Masken und Verkleidungen feierte, welche den Narren oder den Verrückten darstellen. Diese archaische Figur ist eine perfekte Abbildung von Inbolc's Geistes; jung, unschuldig und offen für alles, komplett in der Urspsrungsenergie eingehüllt, erfreut er sich tanzend und singend ohne Grenzen oder Vorurteile, über das wundervolle Leben das ihn umgibt.

RITUAL FÜR INBOLC

Ich empfehle ein einfaches Ritual zu machen. Essenziell, aber echt und rein, alleine oder mit wenigen engen, respektvollen und vertrauten Personen. 

Der beste Moment um zu feiern ist der Morgen, um die Ankunft des Lichtes zu begrüssen. Natürlich wäre der sonnenaufgang perfekt, aber auch der Vormittag ist geeignet. Wenn man keine Zeit hat, kann man auch sonst zu einer anderen Tageszeit oder am Vortag feiern. Es ist aber wichtig, nicht nur an diesem Tag sondern während der gesamten Zeit davor, das Licht zu beobachten, die Sonne begrüssen, sich bedanken und bewusst werden wie das Licht Tag nach Tag mehr wird. Ausserdem natürlich nicht vergessen, Körper und Geist zu reinigen und entgiften. Die keltischen Feste sind nicht ein eizelner Tag mit einem bestimmten Ziel, sondern ganze Jahreszeiten. Deshalb ist es auch nicht so wichtig, an welchem Tag man feiert, denn eigentlich sollte man jeden Tag feiern. 

Das Feiern von Inbolc wird im Freien gemacht, egal wie kalt es ist. In einem geschlossenen Raum wird man nie das wundervolle Gefühl vom Licht spüren, welches überwältigend in all unsere Poren bis in unser Innerstes eindringt. Genau das muss aber in diesem Moment geehrt werden: unser inneres Licht. 

Das Ritual kann auch ein einfacher aber bewusster Spaziergang sein, welcher jedes Jahr am selben Ort und ungefähr auf die selbe Art und Weise wiederholt wird, bei welchem man die Knospen an den Bäumen, die fruchtbare Erde, die scheinende Sonne, die scheuen Pflänzchen am Boden oder was auch immer in eurer Region wächst, beobachtet. Der Spaziergang wird in Stille gemacht, während man sich mit Mutter Erde verbindet und sich für all das Schöne, was uns umgibt, bedankt. Falls ihr mit Ritualen geübt seid, habt ihr bestimmt schon eure eigenen, ansonsten reicht es, sich anfangs mit den vier Elementen und der Erde zu verbinden, und sich am Schluss eures abenteuerlichen Spazierganges zu bedanken.

Lebe Inbolc's Geist, folge der Göttin Brigitt über die Wiesen, die Felder und die Hügel mit einem offenen und reinen Herzen und unschuldigen Kindesaugen, du wirst Dinge sehen, die du nie erwartet hättest!

Heute sieht man nicht oft Bären. Die wenigen die es noch hat, verstecken sich gut. 

Wenn du aber leicht und leise wie ein Elf gehst, wirst du andere Tiere sehen,

alles heilige Wesen der grossen Göttin!

DAS THEMA VON INBOLC

Das ankommende Licht empfangen, welches die Dunkelheit wegfegt; sich vom Alten, vom Winter und von allen Verschmutzungen der Vergangenheit zu entgiften, Platz für Neues schaffen, die Samen der Ideen hüten, welche sich im Laufe des Jahres entwickeln werden. 

Sich dem inneren und äusseren Licht öffnen. Freude, Staunen, Glücklichkeit, Reinheit, Träume, Projekte und die weibliche Seite.

ELEMENT VON INBOLC: LUFT, entspricht dem Osten, Morgen, Jugend, Anfang.

TEE VON INBOLC: Entgiftung.

INFOBLÄTTER: Entgiftungskuren, Fasten

DIE ENTGIFTENDE SUPPE MIT WILDEN KRÄUTERN

In dieser Zeit, bis das Beet neue Produkte lieferte, war es Tradition diese Suppe mit allen auffindbaren Wildkräutern zuzubereiten. Natürlich wusste man früher genau, welche Pflanzen essbar waren und welche nicht. Auch Hildegard von Bingen hat ein Rezept von dieser gesunden Suppe geschrieben, welche für unseren vom Winter geprägten Körper höchst wohltuend ist, da sie entgiftend und reich an Vitaminen, Mineralien und Lebensenergie ist.

Die Tradition der "9 Kräuter Suppe" ist in Deutschland stets erhalten, sie wird noch in vielen Haushalten, oftmals am Gründonnerstag, zubereitet. Falls ihr die Kräuter in meinem Rezept noch nicht findet, könnt ihr es für im März behalten. Diese Suppe ist die erste Gelegenheit nach der Winterpause um Wildkräuter zu sammelnt, da es traditionell in der Natur verboten ist, nach Samhain irgendetwas zu ernten.

Die Kräuter, welche ich normalerweise benutze, sind: Brennnessel, Gundermann, Schafgarbe, Bärlauch, Kerbel, Sauerampfer Löwenzahn, Vegerich, Portulak, Margaret, Klee, Wilde Rübe (Blätter), Violetten, Schnittlauch, Thymian, Petersilie... man kann aber auch sonstige Kräuter, welche in der eigenen Region wachsen, nehmen. Wichtig dabei ist, diese gut zu kennen. Wenn du nicht genügend findest, kann man auch "schummeln" und bei einem Bauern gekaufte, biologische und Saisonale Kräuter hinzufügen, zum Beispiel Rucola oder frischer Spinat.

Für die Zubereitung der Suppe, schneidet man eine Zwiebel in kleine Stücke, gart sie in wenig Öl an, dann fügt man die Kräuter und Wasser hinzu. Man lässt es rasch aufkochen und nimmt sie dann vom Herd, um die Vitamine zu erhalten. Zum Schluss gibt man Rahm dazu, das kann auch Sojarahm, Kokosnussmilch oder was auch immer man mag, sein. Dann wird alles püriert und anschliessend gewürzt (Pfeffer, Salz und Muskatnuss passen gut). Am Besten wird die Suppe mit Brot serviert, früher wurde die Suppe zusammen mit einer Scheide altem Brot in einer Schüssel serviert. Man kann den Rahm auch weglassen, dann hat die Suppe aber einen markanteren Geschmack.

 

Greenspirit Naturheilkunde

Silvia Vianello, Naturärztin, an der Akademie für Naturheilkunde (ANHK) 2011 diplomiert

Krankenkassenanerkannt (mit Zusatzversicherung für Komplementärmedizin)

Praxisadresse:

Via al Ticino 15, 6514 Sementina TI

mail: silvia.vianello@gmx.net

 

Tel. 076 6967849

Greenspirit, Earth Spirit Events KLG 

aktualisiert Juni 2020

ee2c25ce7c-Facebook-128.png